Bericht aus der Gegenwart

Nach diversen Personalwechseln unter den beruflichen Mitarbeitern (Geschäftsführung, Bildungsreferentin, 2 pädagogische Mitarbeiter) und damit verbundenen internen Umstrukturierungen hat das KJW wieder volle Fahrt aufgenommen. Seit Dezember 2002 hat das Jugendwerk einen neuen Vorstand. Als neue Vorsitzende hat Judith Schlupkothen Dennis Prang abgelöst. Ihre Stellvertreter sind Tina Turk und Philipp Hennen. Durch eine Satzungsänderung konnte die Anzahl der Beisitzer von 4 auf jetzt 6 erhöht werden. Wesentliches Ziel des neuen Vorstands für 2003 ist die Profil(weiter)entwicklung des Verbandes und die Feier zum 25jährigen Jubiläum des Kreisjugendwerkes.

Im Rahmen der Freizeitleiterausbildung konnte in 2002 erstmalig die Jugendleiterkarte (JuleiCa) für ca. 30 ehrenamtliche Mitarbeiter ausgestellt werden. Für dieses Jahr ist geplant die Gruppenleiterausbildung für freiwillige Mitarbeiter aus den Gruppen und Einrichtungen des KJW zu erweitern. Dies geht einher mit einer grundsätzlichen Stärkung der selbstorganisierten, eigenverantwortlichen Gruppenarbeit, z.B. durch die „Freitags- und die Mittwochsgruppe“ im JZ Schonnebeck, die neue Mädchen- sowie der Fitnessgruppe im Jugendhaus Kupferdreh als auch die Selbstorganisation des Jugendclubs „youth culture“ in Essen Katernberg, des „carpe noctem“ in Essen-Werden und der Gruppe reactHIV.

Im Rahmen der Veranstaltungen und Aktionen ist die Fortsetzung der Kabarettreihe 2002/2003 im Julius-Leber-Haus zu erwähnen. Durch den Auftritt verschiedener Kabarett-Truppen wurde vom Jugendwerk eine andere Zielgruppe angesprochen. Unter dem Motto „DNA - Die Neue Abschiebungsanalyse“ setzte sich das Jugendwerk für ein Bleiberecht kurdischer Libanesen ein. In diesem Zuge wurde eine Demo vor dem Rathaus und eine Informationsveranstaltung organisiert. Auch beteiligte sich das Kreisjugendwerk an der Anti-Stoiber-Kampagne des MK Rassismus des Bezirksjugendwerkes Niederrhein. Hier wurden T-Shirts verkauft, die Innenstadt mit Spukies vollgepflastert und intensive Diskussionen geführt.

„Völkerrecht statt Krieg“ forderte das Jugendwerk auf der Demonstration am Tag X zu Beginn des Irak-Krieg. Dazu wurden alle Einrichtungen geschlossen, so dass alle Mitarbeiter und Besucher die Möglichkeit hatten, an der Veranstaltung in der Essener Innenstadt teilzunehmen. Neben vielen Diskussionen im Vorstand und in den Einrichtungen, Plakaten an der Geschäftstelle und dem JZ Schonnebeck beteiligte sich der Verband an der Aktionen „trees for peace“ von HA Schult und „AWO gegen Kriegsgewalt“ vom Unterbezirk Dortmund.

Über das Christi- Himmelfahrts- Wochenende fand dieses Jahr wieder das Bundesjugendwerkstreffen statt. Diesmal am Gederner See in Hessen. Über 350 Kinder aus dem gesamten Bundesgebiet, davon gut 25 aus Essen trafen sich 4 Tage lang unter dem Motto "25 Jahre der AWO - 25 Jahre jung und wild - Schwerpunktthema: Parti/y/zipation von Kindern und Jugendlichen". Eine bunte Mischung aus Workshops zum Thema Partizipation, Freizeitaktivitäten und Partys ließen keine Langeweile aufkommen. Unsere Gruppe beteiligte sich mit einem besonderen Programmpunkt. In einem eigens mitgebrachten Zelt gab es die Möglichkeit, sich in einer gemütlich arabischen Atmosphäre bei Tee, Wasserpfeife und leckerem arabischen Gebäck über die Arbeit des Jugendwerks zu informieren und andere Gruppen und Jugendwerkler kennen zu lernen.

Ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt des Kreisjugendwerkes liegt in dem Bereich der Ferienfreizeiten/Internationales. Unter dem Motto „Urlaub ohne Eltern“ fahren jährlich ca. 400 junge Menschen mit dem Jugendwerk in Zeltcamps, Häuser und Hotels nach ganz Europa. Neben dem besuchte uns unter dem Titel „Kultur an der Ruhr“ eine Gruppe Jugendlicher aus Polen. Für dieses Jahr ist der Gegenbesuch in Krakau bereits geplant.

Nicht zu vergessen sind die offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen in Schonnebeck, Kupferdreh, Werden, Katernberg, Essen-Ost und die Spielgruppe des Jugendwerks. Hier wurde neben solider Basisarbeit und der ständigen Weiterentwicklung der Angebote vor allem die Höhen und Tiefen des Alltags bewältigt.

Hervorzuheben sind die vielfältigen Fußball-Erfolge von Jugendwerksgruppen: Gewinn des Fußballturniers „Kids gegen Cops“ 2003 durch eine Jugendwerksgruppe aus Essen Schonnebeck; Gewinn einer stadtweiten Jugendhausliga durch die Mannschaft des JZ Schonnebeck; 1. und 3. Platz beim Tennie-Jugendhaus-Cup Anfang 2003; 4. Platz beim Fußballturnier auf dem Bundesjugendwerkstreffen 2003 bzw. letzter Platz durch die Damenmannschaft.

Ein anderer Erfolg war der 24. Platz des Jugendzentrum Schonnebeck beim Schülerwettbewerb „Wir könn(t)en auch anders- Verschiedene Kulturen unter einem Dach!?“ des Landesjugendwerks (LJW) der AWO NRW.

Frank Bente
Geschäftsführer des Kreisjugendwerks der AWO Essen