Das Kreisjugendwerk Essen versteht interkulturelle Orientierung als positive Bewertung von Vielfalt und Ressourcenorientierung, anstatt kulturorientierter Problemanalyse und kulturignoranten Interventionen. Sie ist die Antwort auf sprachliche und kulturelle Vielfalt und richtet sich an Jugendliche jedweder Herkunft. Ziel ist es, die Interaktionsbeziehungen zu fördern und eine ressourcenorientierte Perspektive zu verfolgen. Dieser Ansatz richtet sich an Migranten/Innen und Nicht-Migranten/Innen.

Abgeleitet von den Grundwerten des Jugendwerks der AWO werden folgende Bildungsziele angestrebt:

• Toleranz: lernen, Verschiedenheiten zuzulassen und zu akzeptieren

• Solidarität: Gemeinsamkeiten und verschiedene Traditionen kennen zu lernen und zu stärken

• Menschenrechte/Demokratie: lernen, jenseits spezifischer Kulturen allgemeine humane Werte zu erkennen

Arbeit mit Migranten/Innen ist historisch ein Schwerpunkt des Kreisjugendwerks der AWO Essen, z.B. im Kinder- und Jugendzentrum Schonnebeck, im Kinder- und Jugendhaus Kupferdreh oder auf den Ferienfreizeiten.

Demographische Entwicklungen beschreiben deutschlandweit, wie auch in Essen einen deutlichen Anstieg des Anteils junger Menschen mit Migrationshintergrund in der Bevölkerung. Parallel besuchen überproportional viele Migranten/Innen die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Essen, so auch die des Jugendwerks. In den Jugendverbänden sind sie jedoch nur marginal vertreten, hier scheint es Zugangsbarrieren zu geben.

Das Querschnittsthema interkulturelle Orientierung wird für die kommende Wahlperiode des Kreisjugendwerks Essen weiterentwickelt. Unter Einbeziehung des gesamten Verbandes soll eine inhaltliche Auseinandersetzung weiter vorangetrieben sowie konkrete (Begegnungs)Maßnahmen und Veranstaltungen entwickelt werden.