Jugendclub des Jugendwerks der AWO Essen in den Stadtteilen Werden/Heidhausen/Fischlaken

Planungsstand November 2013

Nach Abriss des ehemaligen Jugendclubs an der Joseph-Breuer-Straße bemüht sich das Jugendwerk in den Stadtteilen Werden/Heidhausen/Fischlaken eine andere geeignete Immobilie zu finden. Aktuell führt das Jugendwerk Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Bezirksbürgermeister um eine Lösung auf der ehemaligen Sportanlage am Volkswald zu entwickeln.

Hintergrund
Gemäß der Jugendhilfeplanung der Stadt Essen (Neuorientierung) hat das Jugendwerk der AWO im Stadtteil Werden eine „jugendhilfeplanerische Ressource" eines Jugendclubs.

Der Jugendclub (alter Name „Studio T") war über Jahre in einem Pavillon der Stadt Essen gemeinsam mit anderen Nutzern in der Joseph-Breuer-Straße 30 untergebracht. Die Mietkosten wurden vom Jugendamt der Stadt Essen übernommen. Aufgrund von Baumängeln musste der Pavillon abgerissen werden, so dass auch das Mietverhältnis gekündigt wurde. Seit dem bemüht sich das Jugendwerk um neue Räumlichkeiten. Jedoch ist festzustellen, dass es sehr schwierig ist adäquate und bezahlbare Raumkapazitäten zu finden. Eine vorübergehende Unterbringung des Jugendclubs in Wohnungsräumlichkeiten erwies sich als nicht praktikabel für ein solches Angebot.

Ausgangssituation
Der Einzugsbereich des Jugendclubs sind die zusammen liegenden Stadtteile Werden, Heidhausen, Fischlaken. Hier leben gut 20.500 Einwohner davon gut 1.450 junge Menschen unter 18 Jahren (Amt für Statistik 2012):

Die Stadtteile sind nach der Stadtteilcharakterisierung aus dem Stadtentwicklungsprozess Step 2015 als „wohlhabend und älter" zu kennzeichnen. Sie werden von Haushalten mit überdurchschnittlichen Einkünften, sehr wenigen Hilfeempfängern und wenigen Nichtdeutschen bewohnt. Die Altersstruktur zeigt einen überdurchschnittlichen Seniorenanteil, jedoch wenige Kinder und Jugendliche auf. Die Haushaltsstrukturen zeigen sich unterschiedlich, der Anteil von Familien an allen Haushalten ist unterdurchschnittlich.
In diesen Stadtteilen unterliegen Jugendliche einer besonderen Beachtung der Öffentlichkeit und Nachbarn. Die betroffenen Jugendlichen erleben dies oftmals als ein Druck zur Anpassung an ein nicht immer jugendgerechtes Umfeld. (Vgl. Stadt Essen; öffentliche Vorlage 0930/2008/5)
Jugendliche aus Werden, Heidhausen und Fischlaken haben oftmals keine bzw. wenige Möglichkeiten zur (öffentlichen) Raumnutzung. Durch das „Umnutzen" von bestimmten Räumen (Schulhof, Stadtkern, „unter der Brücke" als Aufenthalts- oder Bewegungsfläche) eignen sie sich Räume an und machen sie für sich nutzbar. Oft ist dies verbunden mit Konflikten mit anderen Nutzern bzw. Bürgern. Gerade in letzter Zeit dokumentiert sich dies u.a. durch verschiedene Problemanzeigen und Zeitungsberichte über „Auffälligkeiten" von Jugendlichen im öffentlichen Raum. (siehe WAZ 28.01.2013 „Wo sollen die Jugendlichen denn hin?")

Die bestehenden Freizeitangebote sind oft in Vereinen, kirchlichen Gruppen etc. organisiert. Die Angebote der offenen Kinder und Jugendarbeit gem. Kinder- und Jugendhilfeförderplan der Stadt Essen (KJFP) sind auf das Bürger- und Jugendzentrum Werden beschränkt.

Der Jugendclub
Der Jugendclub des Jugendwerkes der Arbeiterwohlfahrt ist eine Ressource der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil. Der Jugendclub ist eine jugendverbandliche Einrichtung mit Anteilen der Grundversorgung im Stadtteil Essen-Werden. Mit diesem Einrichtungstyp sollen gezielt jugendverbandliche Aktivitäten in Häusern und in Räumen in verbandlicher Trägerschaft gefördert werden.

Der geplante Jugendclub soll Möglichkeiten bieten sich zu treffen, zu lernen, zu entspannen und sich auszutauschen. Darüber hinaus sollen von hier heraus Aktivitäten und Angebote von jungen Menschen selbst gestaltet werden. Begleitet werden die Angebote von einem Mitarbeiter des Jugendwerkes der AWO.
Zielgruppe des Jugendclubs sind alle jungen Menschen, vornehmlich im Alter zwischen 14 bis 27 Jahren der Stadtteile Werden/Heidhausen/Fischlaken. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den Bedürfnissen und Interessen der Nutzer. Die Einrichtung öffnet mindestens an zwei Tagen in der Woche bzw. am Wochenende.

Ziele und Angebote
In dieser Alterstufe lernen junge Menschen sich Räume anzueignen und zu gestalten, Beziehungen einzugehen, Grenzen zu suchen und Identität zu finden, sich zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen. Hierzu bietet der Jugendclub Lern- und Erfahrungsfelder.

Der Jugendclub ist Treffpunkt, Lern-, Entspannungs- und Freizeitort für Jugendliche und junge Erwachsene. Das Freizeit- und Aktivitätsangebot des Jugendclubs geht auf die verschiedenen Bedürfnisse und Interessen der jungen Menschen ein und sorgt für den Erhalt einer offenen sowie geschützten Atmosphäre. Bedarfs- und situationsbedingt können folgende Angebote gemacht werden:
- niederschwellige Betätigungsmöglichkeiten (Café, Tischtennis, Kicker etc. )
- Gruppenangebote
- Bildungsangebote
- Veranstaltungen (Konzerte, Public-Viewing etc.)
- Projekte (z.B. Musik, Theater- und Kulturarbeit)
- Ferienangebote und Ausflüge

Durch die Einbindung des Jugendclubs in das Kreisjugendwerk der AWO Essen als Jugendverband bieten sich weitere Lern- und Erfahrungsfelder, wie
- Teilnahme an Ferienfreizeiten des Verbandes
- Jugendgruppenleiterschulungen
- Freizeitleiterausbildung
- Teilnahme an verbandlichen Treffen (z.B. Bundes- oder Landesjugendwerkstreffen)
- Mitarbeit und Mitbestimmung in verbandlichen Gremien (z.B. AK Ferienfreizeiten, Kreisjugendwerkskonferenz)

Durch Partizipation und die Förderung von Selbstorganisationsprozessen im Kontext der verschiedenen Aktivitäten lernen die Jugendlichen, Verantwortung für sich und den Jugendclub zu übernehmen.

Ziel ist auch, die Stadtteile Werden/Heidhausen/Fischlaken unter Beteiligung der Jugendlichen noch mehr zu beleben und darüber hinaus, attraktiver für junge Menschen zu machen.

Räumliche Voraussetzungen
Die Lage des Jugendclubs am Volkswald wäre innerhalb des Stadtteils Heidhausen nahezu ideal: Zentral gelegen und fußläufig von vielen Jugendlichen leicht zu erreichen.
Eine Busverbindung nach Werden und Heidhausen ist nur wenige Meter entfernt. Durch die abgelegene Lage im Tal sind Lärmbelästigungen weniger zu erwarten.

Auch die räumlichen Gegebenheiten des ehemaligen Vereinsheims des SV Werden/Heidhausen sind sehr gut für die Nutzung als Jugendclub geeignet. Das ehemalige Vereinsheim hat zwei ausreichend große Räume und die entsprechenden Sanitäranlagen. Die Räume eignen sich sowohl als offenes Jugendcafé und Veranstaltungsraum als auch als Rückzugs- und Gruppenraum.

Aktuelles Engagement des Jugendwerks der AWO im Stadtteil
Derzeit organisiert das Jugendwerk der AWO das Projekt: „My Space - Jugendkulturräume im Stadtteil installieren" im Stadtteil. Das Projekt wird bis Ende März 2014 vom Landschaftsverband Rheinland gefördert.

Die Erfahrungen weisen auf eine hohe Nachfrage nach jugendkulturellen Ausdrucksformen in den betreffenden Stadtteilen hin. Im Projekt sollen die Elemente von Raumaneigung im Stadtteil und jugendkulturelle Ausdrucksformen verbunden werden. Das Projekt „My Space" versucht in verschiedenen jugendkulturellen Kleinprojekten (Workshops, Kursen u.a.) Themen wie Tanz und Bewegung, Legale Streetart, Parcours, Geocaching aufzugreifen. Dabei soll der Bezug zum Stadtteil erfasst werden, sowie die Kleinprojekte miteinander verbunden werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen.

Ausgangspunkt und „Homebase" des Projektes sollte eigentlich der neue Jugendclub im Stadtteil sein. Im Projekt sollte nach dem Prinzip des Outreach-Ansatzes gearbeitet werden, d.h. es werden Angebote entwickelt, die vom Jugendclub in den Stadtteil wirken bzw. dort stattfinden. Diese Grundlage fehlt derzeit noch. Die Ergebnisse sollen Ausgangspunkt für selbstorganisierte Aktivitäten sein und in der Folge „die in der Regel" der Jugendclubarbeit und des Stadtteils überführt werden.

Begleitet werden die Angebote von einer Projektmitarbeiterin des Jugendwerkes. Sie startet aktuell eine Befragung nach den Bedarfen und Interessen junger Menschen in den Stadtteilen. In dem Zuge werden auch Unterschriften für einen neuen Jugendclub am Volkswald gesammelt. Erste Aktionen im Stadtteil sind in Planung.

Kontakt:
Birte Liedtke
www.jugendwerk-essen.de
fon: 0201/233249
email: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.